Bericht über unsere Clownfische.
Amphiprion ocellaris falscher Clownfisch
Was hab ich mir unter Clownfische vorgestellt, nun, fast jeder kennt wohl den Film "Nemo", ich auch, und das schon bevor ich die Meerwasseraquaristik zum Hobby machte, sie leben in einer Annemone, sind hübsch und ... hmm, viel mehr nicht. Als dann besagtes Hobby geplant wurde musste ich feststellen das es eine große Menge verschiedener Clownfische gibt und sogar "falsche".
Bei der Überlegung ob wir, meine Frau und ich, uns an ein Meerwasseraquarium rantrauen stand außer Frage was unbedingt drin schwimmen soll: eine rote Anemone und NEMOs Amphiprion ocellaris (falscher Clownfisch). Wie wir auf diese Idee kamen wird hier natürlich nicht verraten, man muss auch Geheimnisse haben. Beim Händler kundig gemacht was so geht, mit einem 112 Liter Becken, ein paar Anfängerbücher besorgt, Kosten veranschlagt, auch die laufenden Kosten, Strategie festgelegt, Tipps bei einem guten Bekannten geholt, eine Portion Naivität und eine noch größere Portion Ungeduld und los ging es am 2.9.2007.
Am 10.11.2007 war es dann soweit, das Trio, Nemos und Blasenanemone, wurden in Nauenhof gekauft. Ich erfuhr das man immer einen kleineren und einen größeren als Paar kauft, weil es dann später einfacher zur Pärchenbildung kommt, diese Fische sind ja Geschlechtswandler und hier ist das Weibchen größer als das Männchen. Na ja, das Problem an der Stelle ist, das unsere Nemos dieses Wissen nicht haben, völlig unbeeindruckt von unseren Erwartungen sind sie heute (Februar 2009) gleichgroß. Sie sind beide in bester Verfassung und der kleine ist nur noch minimal kleiner.
Zu Beginn ignorierten sie die Anemone und es brauchte schon über eine Woche bis sie zaghafte Versuche unternahmen und die Anemone beschupsten. Dann gab es einen Tag an dem der größere Clown den kleineren von der Anemonen vertreiben wollte, immer wenn der kleinere in die Anemone wollte gab es mächtig Zoff, das überraschte uns total, wie erbittert und brutal miteinander umgingen. Ab folgenden Tag war der größere der Chef an der Anemone und der kleinere akzeptierte das wohl, es gab keine Streitigkeiten mehr. Wahrscheinlich beschloss der kleine "wenn ich einmal groß, aber dann ...". Seit jener Zeit sind die beiden unzertrennlich, was der eine macht will der andere auch tun. Fressen ist für die beiden eine Leidenschaft, Lebendfutter, Frostfutter, Flockenfutter, Granulat, entkapselte Artemiaeier, Cyclop-eeze und vor kurzem konnten wir sie beim Algenfressen beobachten. Wobei der kleinere etwas verfressener und auch mutiger ist, daher hat er wohl auch an Größe mehr zugenommen.
Leider hat die erste Anemone nicht überlebt, auch weitere zwei Versuche mit Blasenanemonen, in dem damaligen 112er Becken, schlugen leider fehl. Den Nemos machte das nicht weiter aus, eine Sandanemone war eine "Verzweiflungstat" meinerseits, und, sie nahmen sie an und zogen mit ihr durch Becken, eine Show. Bis sie in die Nähe der Pumpenden Xenien kamen, da beschlossen die Nemos sesshaft zu werden, seit der Zeit leben und bewachen sie ihren Xenienwald mit aller Hingabe. Beim Umsetzen der Xenien ins neue Becken hat sich einer der Nemos so sehr in dem Wald "versteckt" das er erst unbemerkt mit umgesetzt wurde.
Im neuen Becken haben sie sich gut eingelebt und die Xenien werden weiter bewacht, allerdings haben sie ihr Wohngebiet etwas erweitert, in unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich eine Euphyllia, diese wird auch zunehmend angekuschelt, erstaunlich, ich hätte gedacht das sich die Nesselgifte auf die Xenien eher negativ auswirken aber keine Spur. Wir haben ja seit ein paar Tagen eine kleine bunte Sandanemone am Boden liegen, sie wurde und wird auch immer mal kurz besucht. Bei "Gefahr" oder Hektik im Becken wird allerdings sofort der Xenienwald aufgesucht und verteidigt, außer gegenüber dem MidasWeibchen, das hat unmittelbar an den Xenien ein Rückzugsloch, sie wird von den Nemos geduldet.
Eine Woche hatten wir eine rote Blasenanemone in der Nähe eingesetzt, wurde aber von den Nemos ignoriert, die Anemone ist nun "beleidigt" ins Riff geflüchtet. Unser Wunsch, Nemos in Blasenanemone ... na ja, wir sollten ihnen doch das Lesen beibringen und ihnen dann einen Bittbrief schreiben. Hmm, das wird bestimmt nicht einfach und könnte lange dauern, also, nächster Bestechungsversuch. Unter dem Xenienwald locken wir sie mit einer hübschen Blasenanemone, sie ist milchig weiß und hat kleine orange Punkte an den Blasenspitzen, sie kann dort nicht weg, weil sie in einem 90° PVC steckt, den hatte sie sich beim Händler als Versteck ausgesucht, den wollte sie absolut nicht verlassen. Als nächste Option hätten sie noch eine grünliche Blasenanemone im Becken und eine gelbe Sandanemone. Also Anemonen sind genügend vorhanden.
Bis hier war's das dann erstmal.
22.02.2009